Andere spenden in der Vorweihnachtszeit für Somalia, helfen in der Gruft oder schicken Weihnachtsgeschenke an Kinderheime, um sich gut zu fühlen. Sido macht eine Band.
Nach der ersten Folge von "Blockstars - Sido macht Band" lässt sich leider kein anderes Resumee ziehen.
In einem Ausschnitt der Sendung sagt Universal-Österreich-Chef Hannes Eder, er habe Bedenken dass die Teilnehmer vorgeführt werden. Sido verneint. Lächerlich wolle er keinen hier machen. Nun gut, Sido hat Wort gehalten. Lächerlich gemacht wird niemand.
Aber "Sido im Advent" wäre vielleicht ein besserer Titel für die Sendung. Denn Sido sucht nicht die besten Rapper, Sido versucht sich im Helfersyndrom. Jedem Kandidaten, den er besucht, sagt er in variierenden Worten: "Alter, wenn ich dich nicht hier raushol, kriegst du nie eine Chance" (muss die zukünftige Frontfrau eigentlich auch aus dem "Ghetto" kommen?). Es mag Sido auch um Musik gehen, im Vordergrund der Sendung steht jedoch Selbstinzenierung. Sido als der Retter der hoffnungslosen Fälle, der passend zur Adventzeit Menschen aus der 20-Quadratmeter-Wohnung ins Luxusloft holt. Aus der Glücksforschung weiß man, dass vor allem der Vergleich Unglück bringt. Was passiert, falls das Projekt scheitert und die Kandidaten in ihre alten Wohnungen, ihr altes Leben zurückkehren müssen, kann man sich ausmalen.
Es geht Sido darum, Menschen eine Chance zu geben, die so richtig am Boden sind. Ob eine Sendung im ORF dafür das Richtige ist, ist jedoch fraglich.
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